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Probleme durch fructosearme Lebensmittel?

Jeder von Fructoseintoleranz Betroffene kennt sicherlich die Tabellen, in denen der Fructosegehalt verschiedener Lebensmittel angegeben ist. Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal passiert, dass Sie einzelne Nahrungsmittel gegessen haben, die in so einer Liste als fructosearm eingestuft sind, bei Ihnen aber trotzdem Symptome, wie zum Beispiel Blähungen, ausgelöst haben. Der Grund hierfür kann natürlich eine falsche Angabe in der Tabelle sein. Es ist aber ebenso möglich, dass Sie ausgelöst durch die Fructoseintoleranz bestimmte Lebensmittel nicht vertragen, obwohl diese fructosearm sind. Woran das liegen kann, erfahren Sie in dem folgenden Text.

Fructosearme Lebensmittel mit Mehrfachzucker

Besteht eine Fructoseintoleranz bereits seit längerer Zeit, ohne dass sie erkannt und entsprechend behandelt wurde, kann dies zur Folge haben, dass auch bestimmte fructosearme Lebensmittel nicht mehr gut vertragen werden. Zu diesen Nahrungsmitteln gehören insbesondere Sauerkraut, diverse Kohlarten, grüne Paprika, Lauch, Kohlrabi, Knoblauch, Zwiebeln sowie verschiedene Hülsenfrüchte. Ausschlaggebend für die Probleme ist hier weniger der geringe Fruchtzuckeranteil. Diese fructosearmen Lebensmittel beinhalten Mehrfachzucker (Polysaccharide). Es gibt verdauliche sowie unverdauliche Mehrfachzucker, die aber alle aus mindestens zehn Einfachzuckermolekülen bestehen.

Die Aufspaltung der vom menschlichen Körper verdaulichen Mehrfachzucker und damit deren Verdauung dauert länger als bei Einfach- oder Zweifachzucker und bedeutet Arbeit für den Darm. Die unverdaulichen Mehrfachzucker haben eine wichtige Funktion im menschlichen Organismus, denn sie fördern die Verdauung. Sie können in ihrer Eigenschaft als Ballaststoffe sehr gut Wasser binden, dadurch nimmt das Stuhlvolumen im Darm zu und die Darmtätigkeit wird angeregt. Auf diese Weise werden sowohl ungesunde Schlacken aus dem Darm transportiert als auch Verstopfungen vorgebeugt. Außerdem dienen Ballaststoffe als Nahrung für nützliche Darmbakterien. Sind diese ausreichend mit Ballaststoffen versorgt, können sie sich gut vermehren und die Darmflora wird positiv beeinflusst. Das klingt eigentlich sehr positiv. Für einen gesunden Menschen ist es das auch.

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Vorgeschädigter Darm durch unbehandelte Fructoseintoleranz

Das eigentlich Problem liegt im Darm. Es kann passieren, dass der Darm geschädigt wird, wenn eine Fructoseintoleranz über einen langen Zeitraum besteht, aber nicht erkannt und die Ernährung nicht entsprechend angepasst wird. Die dadurch bei dem Verzehr von Fruchtzucker ausgelösten Symptome wie zum Beispiel Blähungen und Durchfall sind nicht nur unangenehm für den Betroffenen, sondern können den Darm auch extrem schädigen. Meist werden die Schleimhäute im Darm angegriffen und dadurch empfindlicher, teilweise werden sie beschädigt und dann sogar durchlässiger. Dann können die eigentlich gesunden Ballaststoffe, die in den oben aufgezählten fructosearmen Lebensmitteln enthalten sind, im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Ballast für den Darm werden. Auch die Aufspaltung der verdaulichen Mehrfachzucker kann für einen auf diese Weise vorgeschädigten Darm unter Umständen nicht mehr zu schaffen sein. Im Ergebnis kann es dann bei dem Verzehr der eigentlich fructosearmen Lebensmittel zu vergleichbaren Symptomen kommen wie bei dem Verzehr von stark fructosehaltigen Nahrungsmitteln.

Lösung: zunächst entsprechende fructosearme Lebensmittel meiden

Die einzige Lösung für dieses Problem ist es, Nahrungsmittel, die wegen der beschriebenen Problematik nicht vertragen werden, vom Speiseplan zu streichen, obwohl es sich um fructosearme Lebensmittel handelt. Das gilt zumindest solange, bis sich der Darm wieder erholt hat. Helfen kann hierbei auch eine Darmsanierung. Ist die Darmflora wieder intakt, können Mehrfachzucker und insbesondere Ballaststoffe wieder verträglich sein.

Zusammenfassend gilt Folgendes: Die Tabellen, die über den Fruchtzuckergehalt bestimmter Lebensmittel Auskunft geben, dienen lediglich als Orientierungshilfe. Darüber hinaus heißt es testen, testen, testen. Nicht nur die eigene Toleranzgrenze beim Fruchtzuckergehalt muss durch Testen herausgefunden werden. Auch die Verträglichkeit der besagten fructosearmen Lebensmittel muss bei einem angegriffenen Darm individuell getestet werden.

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