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Blähungen nach Steinobst und Wasser: Fructoseintoleranz?

Wurde Ihnen als Kind von Ihrer Oma auch immer gepredigt, dass sie kein Wasser zu Steinobst, wie zum Beispiel Pflaumen oder Kirschen, essen sollen, damit Sie keine Bauchschmerzen bekommen? Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, was es mit dieser überlieferten Regel auf sich hat, und was der mögliche Auslöser ist, dass viele Menschen über Blähungen, Bauchkrämpfe oder sogar Durchfall klagen, wenn sie viel Steinobst essen und dazu Wasser trinken.

Kein Wasser zu Steinobst: Hat Oma recht?

Häufig wird die alte Weisheit „Kein Wasser auf Steinobst“ damit begründet, dass auf der Schale von Pflaumen und Co. viele Hefepilze sitzen, die normalerweise von der Magensäure abgetötet werden. Wird nun zu viel Wasser getrunken, wird die Magensäure verdünnt und die Hefepilze überleben die Magensäure. Zusammen mit dem Zucker aus dem Steinobst findet dann ein Gärungsprozess statt, durch den große Mengen Kohlendioxid entstehen. Das Kohlendioxid ist dann Auslöser für die starken Blähungen. Das ist aber so nicht ganz richtig. Denn wäre die Magensäure zu schwach, um gegen die Hefepilze anzukommen, wenn Wasser getrunken wurde, dürfte zu keiner Mahlzeit etwas getrunken werden. Die Magensäure ist auch im verdünnten Zustand noch in der Lage Eindringlinge von außen, wie Keime und Bakterien abzutöten. Die Hefepilze die den Magen dennoch passieren, können sich zudem auch im Magen-Darm-Trakt nicht so stark vermehren, dass ein solcher Gärprozess stattfinden könnte.

Früher kann unter Umständen noch eine schlechte Wasserqualität ein Problem gewesen sein, weshalb Bauschmerzen verursacht werden konnten, wenn Wasser nach dem Verzehr von Steinobst getrunken wurde. Aber heutzutage spricht die Trinkwasserqualität nicht mehr gegen den gemeinsamen Verzehr von Wasser und Steinobst.

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Ist es eine Fructoseintoleranz?

Stellt sich die Frage, was der Auslöser ist, wenn jemand nach dem Verzehr von Steinobst und Wasser besagte Probleme bekommt. Eine mögliche Ursache kann eine Fructoseintoleranz sein, bei der unverdauter Fruchtzucker in den Dickdarm gelangt und dort von Bakterien in Kohlendioxid umgewandelt wird. Dadurch entstehen dann die lästigen Blähungen und die mitunter sehr schmerzhaften Bauchkrämpfe. Wobei für die Symptome in einem solchen Fall bereits der Verzehr des Steinobstes alleine ausreichend ist.

Allerdings haben nicht alle Menschen gleich eine Fructoseintoleranz, wenn sie nach dem Genuss von Steinobst Beschwerden bekommen. Das Problem ist, dass in der jeweiligen Erntezeit oft große Mengen auf einmal gegessen werden, sei es frisch vom Baum oder zum Beispiel in Form eines leckeren Pflaumenkuchens. Der Konsum großer Mengen Fruchtzucker kann nämlich auch bei Menschen, bei denen keine Fructoseintoleranz besteht, unangenehme Folgen haben. Denn ein Übermaß an Fructose wird vom Organismus nicht gut vertragen. Der Grund dafür ist, dass jeder Mensch eine natürliche Fruchtzuckergrenze hat. Wird diese überschritten, kann es genauso zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen, wie bei einer bestehenden Fructoseintoleranz.

Zum Teil hat Ihre Oma doch recht

Richtigerweise müsste der Spruch Ihrer Oma also „Iss nicht zu viel Steinobst auf einmal!“ lauten. Falls Sie von einer Fructoseintoleranz betroffen sind, müssen Sie den Konsum von Steinobst natürlich entsprechend Ihrer individuellen Fruchtzuckergrenze noch weiter einschränken bzw. während der Karenzphase ganz darauf verzichten. Mit dem Wasser hat das eigentlich gar nichts zu tun. Allerdings bindet Fructose Wasser im Dickdarm, welches dem verdauten Nahrungsbrei an dieser Stelle eigentlich entzogen werden soll. Falls Sie also beim Genuss von Pflaumen oder anderem Steinobst über die Strenge schlagen und dadurch unverdauter Fruchtzucker in den Dickdarm gelangt und Sie dann noch ordentlich Wasser getrunken haben, könnte das eine besonders explosive Mischung ergeben.

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