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Sorbit (Teil 2): Fructoseintoleranz und Sorbit

In dem ersten Teil zu diesem Beitrag: Fructose- und Sorbitintoleranz konnten Sie nicht nur lesen, was Sorbit ist, sondern auch, wie sich eine Sorbitintoleranz auswirkt. Außerdem haben Sie erfahren, dass eine Fruchtzuckerunverträglichkeit und eine Sorbitintoleranz nicht gleichzeitig bestehen müssen, es aber können. In diesem zweiten Teil bekommen Sie, wie angekündigt, eine Antwort auf die Frage, warum Sie bei einer bestehenden Fructoseintoleranz auch mit Sorbit vorsichtig sein müssen. Zudem erhalten Sie Tipps, welche Lebensmittel sorbithaltig sind.

Warum mit Sorbit aufpassen?

Besteht eine Fruchtzuckerunverträglichkeit, aber keine Sorbitunverträglichkeit müssen Sie trotzdem mit dem Verzehr von Sorbit aufpassen. Der Grund ist ganz einfach: Sorbit und Fructose werden auf die gleiche Weise verstoffwechselt. Deshalb hemmt die Aufnahme von Sorbit zusätzlich die Aufnahmefähigkeit von Fruchtzucker im Dünndarm. Somit sinkt in dem Moment die Toleranzgrenze in Bezug auf den Fruchtzucker weiter ab und es wird weniger Fruchtzucker als sonst vertragen.

Sorbithaltige Lebensmittel

Sorbithaltige Lebensmittel können in zwei Gruppen eingeordnet werden: die einen enthalten von Natur aus Sorbit und den anderen wird er als Zusatzstoff beigefügt.

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Natürliche Lebensmittel mit Sorbit

Bei den Lebensmitteln, die von Natur aus sorbithaltig sind, kommt es darauf an, diese zu kennen. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um bestimmte Obst und Gemüsesorten. Besonders Kernobst, wie zum Beispiel Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Äpfel, Birnen und Pfirsiche, ist sorbithaltig. Sind die Früchte getrocknet, enthalten sie im Verhältnis sogar noch deutlich mehr Sorbit als im frischen Zustand. Zitrusfrüchte hingegen enthalten kaum etwas davon. Beim Gemüse stehen unter anderem Brokkoli, Paprika, Fenchel, grüne Bohnen, Rosenkohl und Weißkohl auf der „roten Liste“.

Weitere sorbithaltige Nahrungsmittel

In der Lebensmittelindustrie wird Nahrungsmitteln häufig Sorbit als Zusatzstoff beigefügt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen dient Sorbit als Zuckeraustauschstoff, zum anderen hat dieser Stoff noch weitere positive Eigenschaften für die Nahrungsmittelherstellung. Denn er entzieht seiner Umgebung Wasser und bindet dieses. Dadurch trocknen die Produkte, denen Sorbit zugesetzt ist, auch bei längerer Lagerung nicht so leicht aus. Aber dieser Stoff dient den Herstellern von Nahrungsmitteln nicht nur als Feuchthaltemittel, sondern auch als Trägerstoff für Aromen zur Intensivierung des Geschmackes. Teilweise wird er auch dafür eingesetzt, einen kühlenden Effekt sowie einen frischen Geschmack herbeizuführen. Zudem ist er auch für Diabetikerprodukte gut geeignet, denn er wird ohne Insulin verstoffwechselt. Darüber hinaus wird dieser Stoff auch bei anderen Diätprodukten häufig eingesetzt, da in ihm mit 2,4 kcal/g deutlich weniger Kalorien als im Haushaltszucker (4 kcal/g) enthalten sind.

Erkennbar ist Sorbit in der Zutatenliste eines Produktes entweder an seiner namentlichen Nennung oder der E-Nummer E420. Darüber hinaus gibt es weitere E-Nummern, hinter denen sich Stoffe verbergen, die sorbithaltig sind: E432 bis E436 und E491 bis E495. Zudem muss auf Verpackungen von Lebensmitteln, deren Sorbitgehalt über zehn Prozent liegt, der Zusatz „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ aufgedruckt sein.

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Beispiele für industriell hergestellte Nahrungsmittel mit Sorbit

Die folgenden Beispiele für industriell hergestellte Nahrungsmittel, die sorbithaltig sein können, zeigen, dass es eine sehr große Bandbreite gibt:

  • Süßigkeiten, wie gefüllte Schokolade, Bonbons und Kaugummis
  • Senf, Mayonnaise, Fertigsaucen, Dressings
  • abgepackte bzw. fertige Getreideprodukte, wie Toast, Kuchen und Brot
  • verarbeitetes Fleisch, wie Wurst, paniertes Schnitzel
  • Würzmischungen, Brühwürfel
  • Brotaufstriche, wie Marmelade aus sorbithaltigen Früchten
  • verarbeitete Milchprodukte, Fruchtjoghurt, Fruchtbuttermilch
  • Diät- und Light-Produkte
  • Bier, Light-Getränke, Wellnessgetränke, Saft aus sorbithaltigem Obst

Sicherste Variante: selbst Kochen

Die Kontrolle über den eigen Sorbitkonsum behalten Sie immer noch am besten, wenn Sie selbst und aus frischen Zutaten kochen. Viele selbst zubereitete Speisen, wie selbstgebackenes Brot, beinhalten überhaupt kein Sorbit, während das industriell gefertigte Pendant sehr wohl sorbithaltig sein kann. Wenn Sie frisch kochen, müssen Sie nur wissen, welche Obst- und Gemüsesorten Sie meiden oder nur einschränkt verzehren sollten. Sie ersparen sich jedoch das Durchforsten sämtlicher Zutatenlisten von fertigen Produkten. Zumal Sie dann noch nicht einmal wissen, wie viel von dem Stoff denn nun tatsächlich enthalten ist.

Kleiner Tipp noch zum Schluss: Sorbit kann auch Bestandteil von Medikamenten sein.

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