Geht es überhaupt noch ohne Zucker? Schokolade, Eis und Co – da ist Zucker für jeden offensichtlich. Aber auch Müsli, Fertigpizza oder Bouillon enthalten Zucker, auch wenn sie so gar nicht süß sind. Unsere Ernährung scheint ohne die Extraportion Zucker nicht auszukommen. Dies ist besonders problematisch für Menschen mit Fructoseintoleranz, denn häufig ist es Fruchtzucker, der den Produkten beigemischt wird. Aber auch am klassischen Haushaltszucker, Milchzucker und Traubenzucker wird nicht gespart. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 50 Gramm Zucker pro Tag – wir konsumieren häufig aber mehr als das Doppelte.

Zuckerersatzstoffe ohne Fructose

Es gibt jede zahlreiche Zuckerersatzstoffe, die einen Ausweg aus diesem Dilemma versprechen. Eine gute Alternative ist also immer, das Essen selbst machen statt fertig kaufen. Denn nur dann hat man wirklich Kontrolle über den Zuckergehalt. Ein Naturjoghurt mit frischen Früchten ist die gesündere Variante zum fertig gekauften Früchtejoghurt. Und auch ein Müsli muss nicht fertig gemischt gekauft werden, sondern kann individuell aus natürlichen, ungesüßten Bestandteilen wie Haferflocken, Leinsamen, Chiasamen, Nüssen und fructosearmen Superfoods zusammengestellt werden. Doch es ist nicht immer einfach, auf ein bisschen Extra-Süße zu verzichten. Die berühmten Alternativen wie Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup oder Dattelsirup sind bei Fructoseintoleranz tabu. Kokosblütenzucker ist eine Möglichkeit, wenn Sie über eine relativ hohe Toleranzgrenze verfügen. Er sollte jedoch auch erst nach der Karenzphase ausprobiert werden. Doch es gibt noch weitere, teilweise weniger bekannte Alternativen, die auch bei Fructoseintoleranz bekömmlich sind: Dinkelsirup, Reissirup, Erythrit und Stevia.

Menschen mit Fructoseintoleranz leiden vielfach unter einem Mangel an Zink, Folsäure und Tryptophan, was sich in unter anderem in Antriebslosigkeit, häufigen Erkältungen und depressiven Verstimmungen niederschlagen kann. Eine hinreichende Vitalstoffversorgung ist daher das A und O bei Fructoseintoleranz. Das Kombipräparat Fructophan ist speziell auf die Anforderungen einer Fructoseintoleranz zugeschnitten und unterstützt den Organismus bei der Versorgung mit diesen essentiellen Nährstoffen. (gesponsert)

Dinkelsirup

Dinkelsirup aus Dinkel ist ein sehr natürliches Produkt ohne Fructose. Der Vorteil ist, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt, Heißhungerattacken vermieden werden und zudem viele Mineralstoffe enthalten sind. Wird der Sirup aus heimischem Dinkel gewonnen, so handelt es sich auch um einen sehr nachhaltigen Zuckerersatzstoff.

Erythrit

Der Zuckeraustauschstoff Erythrit besteht aus Glucose und Saccharose. Er ist dem Haushaltszucker in Bezug auf Geschmack und Beschaffenheit sehr ähnlich, verursacht jedoch keine Karies. Da Zuckeralkohole vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden können, können sie abführend wirken.

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Kokosblütensirup (bedingt verträglich)

Der Sirup besteht – wie der Name bereits vermuten lässt – aus den Blüten der Kokospalme. Anders als erwartet, schmeckt er nicht nach Kokos, sondern eher nach Karamell. Auf Grund dieses intensiven Geschmacks wird er auch eher mäßig verwendet. Kokosblütenzucker enthält Magnesium, Eisen und Zink. Neben Saccharose und Glucose enthält er jedoch auch Fructose, weshalb er bei einer Fructoseintoleranz nicht immer vertragen wird. Da der Sirup auf den Kokosblüten von Hand gewonnen wird, ist diese Zuckeralternative verhältnismäßig teuer.

Reissirup

Reissirup ist ein japanisches Süßungsmittel, das dem Honig sehr ähnlich ist. Es wird aus Reismehl bzw. Reisstärke gewonnen und enthält Oligosaccharide, Glucose, Maltose und die Mineralien Kalium, Calcium, Eisen und Phosphor. Wie beim Dinkelsirup auch, handelt es sich um ein sehr natürliches Produkt, dass den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lässt und nicht zu Heißhungerattacken führt. Der Geschmack von Reissirup ist sehr neutral, weshalb er für fast alle Speisen und Getränke geeignet ist.

Stevia

Stevia wird aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnen. Obwohl es 300-mal süßer als Zucker ist, ist es äußerst kalorienarm und verursacht keine Karies. Die Nachteile: Der Nachgeschmack ist Lakritz ähnlich und vielen Stevia Produkten wird zusätzlich Zucker beigemischt, sodass von der häufig beworbenen „natürlichen Süße“ nur wenig übrigbleibt.

Mit den genannten Zuckerersatzstoffen können Sie also auch bei Fructoseintoleranz die nötige Süße in Ihre Mahlzeiten bringen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn es handelt sich immer noch um Zucker. Laut Ernährungswissenschaftlerin Annette Matzke ist „kein Ersatz […] besser als Zucker. Besser als Zucker ist nur kein Zucker.“, wie tagblatt.ch berichtete. Wir empfehlen also weiterhin, den Zuckerkonsum auf ein Minimum zu reduzieren, und nur wenn es wirklich nötig ist – in Maßen – auf die entsprechenden Zuckerersatzstoffe zurückzugreifen.

Mehr zu diesem Thema: Fructoseintoleranz – Diagnose finden, Auslöser erkennen, Ernährung anpassen, Trias Verlag (gesponsert)

Artikelbild: Adobe Stock – anneke