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Leaky Gut-Syndrom

Leaky Gut-Syndrom – Was ist das eigentlich?

Die wortwörtliche Übersetzung der englischen Bezeichnung „Leaky Gut“ lautet „leckender Darm“. Eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, im Fachjargon Permeabilität, kann zu zahlreichen unangenehmen Symptomen führen. Welche das sind, wie ein Leaky Gut-Syndrom entsteht, wie es diagnostiziert und behandelt wird, lesen Sie in dem folgenden Beitrag. Außerdem erfahren Sie, was das ganze mit einer bestehenden Fructoseintoleranz zu tun haben kann.

Was versteht man unter einem Leaky Gut-Syndrom?

Bei Bestehen eines Leaky Gut-Syndroms ist die Darmwand durchlässig. Dadurch ist der Weg in die das Innere der Darmwand und von dort gegebenenfalls in die Blutbahn auch für Stoffe frei, die dort eigentlich nicht hingehören und Schäden im Organismus (z. B. Stoffwechselstörungen, Entzündungen oder Hormonstörungen) anrichten können. Zu den Stoffen zählen unter anderem nicht ausreichend verdaute Nahrungsbestandteile, Gift- und Schadstoffe sowie Allergene.

Hat der Darm etwa Löcher?

Die Darmwand besteht aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen Aufgaben. Die Schleimhautschicht ist eine dieser Schichten. Sie besteht aus einzelnen Hautzellen, die bei einem gesunden Darm durch Zell-Zell-Verbindungen (tight junctions) miteinander verbunden sind. Die Aufgabe dieser Darmschicht ist es, Nährstoffe über Transportmoleküle in die nächste Schicht, die Bindegewebsschicht, durchzuschleusen, damit Sie dort in das Blut und in die Lymphe gelangen können. Bei einem Leaky Gut-Syndrom sind die Zell-Zell-Verbindungen gelockert, sodass die Darmschleimhaut an diesen Stellen durchlässig ist. Auf diese Weise gelangen dann auch die oben genannten Bestandteile des Speisebreis in die Bindegewebsschicht der Darmwand und gegebenenfalls in den Blutkreislauf.

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Was kann die Ursache für ein Leaky Gut-Syndrom sein?

In vielen Fällen sind es mehrere Ursachen im Zusammenspiel, die bei den betroffenen Personen ein Leaky Gut-Syndrom auslösen. Ursächlich oder mitursächlich können sein:

  • Darmfehlbesiedelungen
  • chronische Darmerkrankungen, wie z. B. Morbus Crohn
  • Fructoseintoleranzen und andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose-, Gluten- oder Histaminintoleranz)
  • Einnahme eines Antibiotikums oder anderer Medikamente
  • Strahlentherapie
  • Entzündungen
  • Umwelteinflüsse (z. B. Belastungen durch Schwermetalle oder Chemikalien)
  • starker und chronischer Stress
  • ungesunde Ernährung (viel Zucker, Weißmehl, ungesunde Fette sowie Fertiggerichte und wenig Ballaststoffe).

Übrigens: Die Gefahr eines Leaky Gut-Syndroms ist auch ein Grund dafür, warum sie Ihre Ernährung bei einer bestehenden Fructoseintoleranz anpassen und sich nicht leichtfertig mit den Symptomen abfinden sollten. Ein weiterer Grund ist natürlich Ihre Lebensqualität.

Was sind die Symptome bei einem Leaky Gut-Syndrom?

Ein Leaky Gut-Syndrom kann sich durch viele Anzeichen bemerkbar machen. Unter anderem folgende Symptome sind möglich:

  • Blähungen
  • Bauchkrämpfe und Koliken
  • Durchfall, aber auch Verstopfung
  • Reizdarm
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen
  • Muskelschmerzen
  • Hautprobleme
  • Haarausfall
  • Anfälligkeit für Entzündungen
  • Gewichtsabnahme
  • depressive Verstimmungen.

Wie wird ein Leaky Gut-Syndrom diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf ein Leaky Gut-Syndrom, werden Laboruntersuchungen vorgenommen. In erster Linie wird der Stuhl untersucht, um herauszufinden, wie sich die Darmflora zusammensetzt. Es wird untersucht, ob „gute“ Bakterien in ausreichender Zahl vorhanden sind. Außerdem wird der Stuhl auf „schlechte“ Bakterien, Pilze und Entzündungsparameter untersucht. Zusätzlich sind Blutuntersuchungen möglich. Dabei geht es insbesondere um die Bestimmung des Zonulin-Wertes im Blut. Denn je höher dieser Wert ist, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen eines Leaky Gut-Syndroms. Eine andere Variante ist ein Laktulose-Mannitol-Test. Nachteilig bei diesem Verfahren ist, dass es für den Patienten sehr belastend und im Übrigen sehr aufwendig ist.

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Und wie wird es behandelt?

Ziel der Behandlung ist bei einem Leaky Gut-Syndrom immer die Regeneration der Darmschleimhaut sowie die anschließende dauerhafte Gesunderhaltung des Darms. In jedem Fall gehört eine individuelle Darmsanierung zur Therapie, um die „schlechten“ Bakterien und Pilze aus dem Darm zu verbannen. Gleichzeitig werden Präparate verabreicht, mit denen die Ansiedlung und Vermehrung der „guten“ Bakterien unterstützt wird.

Entscheidend für die Behandlung ist auch, welche Ursachen für die Entstehung des Leaky Gut-Syndroms verantwortlich sind. Denn diese sollten ebenfalls mitbehandelt bzw. beseitigt werden. Anderenfalls ist das Risiko für eine erneute Durchlässigkeit des Darms nach einer erfolgreichen Behandlung des Leaky Gut-Syndroms sehr hoch. Bei vorheriger ungesunder Ernährung gehört deshalb auch eine Umstellung auf eine gesunde Ernährung zur Therapie. Zum Beispiel sollte der Zuckerkonsum drastisch zurückgefahren werden, denn Zucker dient als Nahrung für die „schlechten“ Bakterien, die beseitigt werden sollen. Bei Intoleranzen, wie zum Beispiel einer Fructoseintoleranz, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden.

Die Behandlungsdauer nach der Diagnose und der Feststellung der Ursachen dauert mehrere Wochen bis Monate. Das mag lang klingen, aber auf der anderen Seite, wurde auch die Darmschleimhaut nicht von heute auf morgen beschädigt.

Was also tun bei Verdacht auf ein Leaky Gut-Syndrom?

Haben Sie den Verdacht, dass ihr Darm durchlässig ist, dann konsultieren Sie auf jeden Fall einen Arzt. Nur der kann die Diagnose stellen und einen Therapieplan für Sie entwickeln. Zögern Sie nicht, denn auch wenn es nicht das Leaky Gut-Syndrom ist, sollten die Symptome abgeklärt und entsprechend behandelt werden.

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