Bei dir wurde gerade erst eine Fructoseintoleranz diagnostiziert und jetzt fragst du dich, ob du jemals wieder Obst essen darfst? Diese Frage ist durchaus naheliegend, denn dein Darm kann Fruchtzucker nicht richtig verstoffwechseln. Aber ist deswegen auch ein kompletter Verzicht notwendig? Hier erfährst du, ob du Obst bei einer Fructoseintoleranz von deinem Speiseplan streichen musst oder nicht.

Wann muss auf Obst verzichtet werden?

Ob Obst bei einer Fructoseintoleranz weiter auf dem Speiseplan stehen darf oder nicht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hängt es vom Fruchtzuckergehalt der jeweiligen Obstsorte ab. Denn in Sachen Fruchtzucker ist Obst nicht gleich Obst. Es gibt Fruchtsorten, die weniger und welche die mehr Fructose enthalten. Zudem muss grundlegend zwischen der nach der Diagnose einzuhaltenden Karenzphase und der daran anschließenden Zeit unterschieden werden.

Verzicht auf Obst bei einer Fructoseintoleranz während der Karenzphase

Unmittelbar nachdem eine Fruchtzuckerunverträglichkeit festgestellt wurde, ist erst einmal eine komplette Abstinenz von vielen Obstsorten notwendig. Denn in der Karenzphase sollte vollständig oder zumindest so gut es irgend geht auf Fruchtzucker verzichtet werden, bis sich die Beschwerden bessern. Nur auf diese Weise kann sich die Darmflora erholen.

Nach der Karenzphase: Kein strikter Obstverzicht trotz Fruchtzuckerunverträglichkeit

Nach der strengen Karenzphase kann der Obstkonsum dann wieder innerhalb der eigenen Grenzen etwas gesteigert werden. Die Toleranzgrenzen sind individuell zu testen. Und das ist auch wichtig, denn ein totaler Verzicht kann die Fructoseintoleranz sogar noch verschlimmern. Wird dauerhaft auf Fruchtzucker verzichtet, kann es passieren, dass der Darm die Produktion des Transportproteins GLUT-5, welches bei einer bestehenden Fructoseintoleranz bereits in zu geringen Mengen vorhanden ist, ganz einstellt. Die Folge ist dann, dass der Körper noch empfindlicher auf Fruchtzucker reagiert als vorher. Umgekehrt kann sich die Situation etwas bessern, wenn sich der Darm nach einer Karenzphase erholt hat und langsam wieder an die eigenen Fruchtzuckergrenzen herangeführt wird.

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Tipps zur Verträglichkeit von Obst bei einer Fructoseintoleranz

Um die Verträglichkeit von Obst bei einer Fructoseintoleranz zu verbessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein sehr wichtiger Punkt ist es, auf den Fructosegehalt der einzelnen Obstsorten zu achten und bezüglich der Obstmenge die eigenen Toleranzgrenzen einzuhalten. Darüber hinaus sollte Obst nicht auf nüchternen Magen gegessen werden. Wird es nach einer Hauptmahlzeit verzehrt, dauert die Darmpassage länger. Dadurch hat der Darm länger Zeit die Fructose zu verdauen und das Obst wird besser vertragen. Allerdings sollte die zuvor verzehrte Mahlzeit dann keinen Fruchtzucker enthalten.

Zusätzlich gibt es noch einen Trick, der Obst bei einer Fructoseintoleranz verträglicher macht. Da Traubenzucker regelmäßig die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm verbessert, kann es hilfreich sein, etwas Traubenzucker zu dem Obst dazuzugeben. Allerdings sollte dies nicht zur Gewohnheit werden, da zu viel Zucker auch nicht gesund ist.

Wichtigeres als Obstverzicht bei einer Fructoseintoleranz

Im Ergebnis bedeutet das keinesfalls, dass du mit einer Fruchtzuckerunverträglichkeit automatisch komplett auf Obst verzichten musst. Das ist in den meisten Fällen unnötig und wäre sogar ganz im Gegenteil aus den bereits genannten Gründen gar nicht gut. Viel wichtiger ist es, dass du gegebenenfalls den Konsum von industriell verarbeiteten Produkten, welche viel Fructose enthalten, zurückfährst. Denn in Fertigprodukten ist der Fructosegehalt teilweise noch deutlich höher als in Obst. Viel besser ist es frisch zu kochen. Dann ist es auch gleich viel einfacher, den Überblick über den eigenen Fruchtzuckerkonsum zu behalten und du läufst weniger Gefahr, deine individuelle Toleranzgrenze zu überschreiten.

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