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Atemtest bei Fructoseintoleranz

Atemtest zur Diagnose einer Fructoseintoleranz

Der H2-Atemtest ist eine zuverlässige Methode, um eine intestinale Fructoseintoleranz zu diagnostizieren. Das Verfahren wird bereits seit 1975 und deckt auch heute noch eine Fructoseintoleranz ganz ohne Eingriff in den Patienten auf.

Wie funktioniert der Atemtest bei Fructoseintoleranz?

Da der Fruchtzucker bei einer Malabsorption kaum bis überhaupt nicht in die Schleimhäute des Darms aufgenommen werden kann, gelangt er in den Dickdarm. Dort wird er von den Darmbakterien zersetzt. Man nennt dies bakterielle Fermentation. Es entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, die die Symptome der Fructoseintoleranz verursachen:

  • Kurzkettige Fettsäuren
  • Methan Gas
  • Kohlendioxid
  • Wasserstoff

Besonders Wasserstoff wird durch Blähungen aus dem Körper ausgeschieden, gelangt jedoch auch über die Blutbahn – innerhalb weniger Minuten – in die Lunge. Aus der Lunge gelangt das Gas über die Atmung aus dem Körper. Spezielle Messgeräte können den Wasserstoff in der Atmung messen.

Wie hoch der Anteil an Wasserstoff in der Atemluft ist, hängt von der Schwere der Fructoseunverträglichkeit ab. Denn je weniger Fructose vom Darm aufgenommen werden kann, desto mehr muss im Dickdarm zersetzt werden und desto mehr Wasserstoff kann in die Lunge und damit in die Atemluft gelangen.

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Der Atemtest in der Praxis

Wird ein Atemtest durchgeführt, so ist es wichtig, dass dies auf nüchternen Magen geschieht. Konkret heißt das, dass in den letzten 12 Stunden keine Nahrung aufgenommen werden durfte. Zähneputzen am Morgen, rauchen oder Kaugummikauen ist ebenfalls untersagt.

Zuerst wird der sogenannte Nüchternwert bestimmt: Der Patient bläst in ein elektronisches Messgerät, dass sofort den Anteil an Wasserstoff in der Atemluft misst. Um für die nächsten Messungen einen aussagekräftigen Vergleichswert zu erhalten, sollte der Anteil der H2-Teilchen in der Gesamtmenge abgeatmeter Luft nicht bei mehr als 10 ppm (parts per million) liegen.

Wurde der Nüchternwert bestimmt, so muss der Patient eine Lösung aus Wasser und Fructose trinken. Anschließend werden 2 Stunden lang alle 30 Minuten erneute Messungen vorgenommen. Die daraus resultierenden Werte werden in einer Kurve dargestellt.

Besteht vermutlich keine Fructoseintoleranz, so sind die Schwankungen ausgehend vom Nüchternwert nur sehr gering. Die Werte liegen dann unter 10ppm. Bei einer Steigerung von 20 ppm und mehr in Kombination mit Symptomen wie Bauchschmerzen und Blähungen, so liegt eine Fructoseintoleranz vor. Werte von bis zu 200 ppm sind nicht ausgeschlossen.

In der Praxis werden meist zuerst andere Erkrankungen ausgeschlossen, bevor ein Atemtest durchgeführt wird. Das verlängert den Leidensweg des Patienten natürlich enorm, hat aber auch zum Vorteil, dass schwere Magen-Darm-Erkrankungen nicht übersehen werden. Wichtig ist auch, dass kein Atemtest durchgeführt werden darf, wenn eine hereditäre Fructoseintoleranz vermutet wird.

Fructoseintoleranz trotz negativem Atemtest

Nicht immer ist eine Fructoseintoleranz über den Atemtest diagnostizierbar. Sind zum Beispiel keine wasserstoffproduzierenden Bakterien vorhanden, weil diese Beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika zerstört wurden, kann auch kein Wasserstoff gemessen werden.

Ähnlich ist es, wenn ein bestimmter Bakterienstamm vorhanden ist, der den Wasserstoff verbraucht, um Methan herzustellen. Das Testverfahren wird in diesem Fall sehr viel zuverlässiger, wenn ebenfalls auf Methan getestet wird.

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