Wissen Sie, wo überall Fruchtzucker im Alltag lauert? Als Antwort auf diese Frage fällt vielen Verbrauchern zunächst Obst oder auch noch Gemüse ein. Das ist zwar richtig, allerdings gibt es noch viel mehr Nahrungsmittel, die Fruchtzucker bzw. Fructose enthalten. Insbesondere für Menschen, die von Fructoseintoleranz betroffen sind, ist es wichtig zu wissen, wie sie erkennen können, wo Fruchtzucker im Alltag überall lauert. Deshalb erfahren Sie in dem folgenden Artikel mehr darüber. Auf diese Weise können Sie Ihren Konsum von Fruchtzucker im Alltag auf einem möglichst niedrigen Niveau halten.

Obst und Gemüse

Wie bereits eingangs erwähnt, ist vielen Personen bewusst, dass Obst und Gemüse Fructose enthalten. Da Obst in den meisten Fällen mehr Fruchtzucker als Gemüse enthält, sollten von Fructoseintoleranz Betroffene ihren Obst- und Gemüsebedarf im Verhältnis mehr über Gemüse decken. Dabei ist fructosearmen Gemüsesorten der Vorrang zu gewähren. Hierzu zählen unter anderem Avocado, Blattspinat, Feldsalat, frische Pilze, Kartoffeln, Radieschen, Rosenkohl und Wirsing. Gemüsesorten mit einem hohen Fruchtzuckeranteil, wie zum Beispiel rote Paprika und Tomaten, sollten im Zweifel eher gemieden oder auf geringe Mengen reduziert werden. Aber auch hier gilt: Jeder von Fructoseintoleranz Betroffene muss die Verträglichkeit der einzelnen Sorten nach Ablauf der Karenzphase individuell testen.

Für Obst gilt natürlich entsprechendes. Teilweise wird Obst nach den Hauptmahlzeiten besser vertragen als auf nüchternen Magen. In Form von Saft ist Obst schlechter verträglich, da sehr viel schneller sehr große Mengen des Obstes verzehrt werden. Gegebenenfalls kann Saft sehr stark verdünnt getrunken werden.

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Fruchtzucker in anderen Lebensmitteln

Fructose ist aber nicht nur Bestandteil von Obst und Gemüse, sondern auch von vielen anderen industriell hergestellten Produkten. Wo hier Fruchtzucker im Alltag lauert, ist aber nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Auf der Verpackung steht „fructosefrei“ oder „ohne Fruchtzucker“

Am einfachsten ist es natürlich, wenn auf der Verpackung „fructosefrei“ oder „ohne Fruchtzucker“ steht. Das sollte man zumindest meinen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn es kann trotzdem gewöhnlicher Haushaltszucker zu den Zutaten zählen. Dieser besteht je zur Hälfte aus Glucose und Fructose. Das Gesetz differenziert allerdings zwischen Fruchtzucker und Haushaltszucker, so dass in solchen Fällen auch ohne Weiteres „ohne Fruchtzucker“ oder „fructosefrei“ auf der Packung stehen darf.

Bedeutet „zuckerfrei“ ohne Fructose?

Ist ein Produkt als „zuckerfrei“ gekennzeichnet, bedeutet das lediglich, dass kein Haushaltszucker enthalten ist. Es bedeutet allerdings nicht, dass kein anderer Zucker enthalten ist. Bedeutet also im Klartext: Hier kann Fruchtzucker im Alltag lauern. Entsprechendes gilt für zuckerarme Produkte. Der Zucker, der bei der Produktion dieser Lebensmittel auf der einen Seite eingespart wurde, kann auf der anderen Seite in Form von Fruchtzucker wieder zugefügt worden sein.

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Warum setzt die Industrie auf Fruchtzucker?

Immer mehr Verbraucher achten bewusster auf eine zuckerarme Ernährung. Wird der gewöhnliche Haushaltszucker durch andere Zuckerarten oder süßende Stoffe ersetzt, rückt der Zucker auf der Zutatenliste weiter nach hinten. Hierdurch bietet sich für den Hersteller die Möglichkeit, den tatsächlichen Zuckeranteil zu verschleiern. An der Stelle kommt die Fructose ins Spiel. Denn Fruchtzucker bietet noch viele weitere Vorteile für die Hersteller:

  • Fruchtzucker hat eine intensiver süßende Wirkung als Haushaltszucker, dadurch wird der Wareneinsatz geringer und die Herstellung der Produkte billiger.
  • Bei Fructose tritt das Sättigungsgefühl später ein als bei Haushaltszucker, dadurch werden größere Mengen des Lebensmittels konsumiert.
  • Viele Verbraucher schätzen Fruchtzucker im Alltag als gesunde Alternative zu Zucker ein.
  • Fructose hält die Lebensmittel feucht, so dass längere Lagerungen möglich werden.
  • Bei Gebäck wird die Bräunung durch die Verwendung von Fructose verstärkt.

Fruchtzucker im Alltag aufspüren

Im Ergebnis bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die Zutatenlisten zu studieren, um Fruchtzucker im Alltag zu entlarven. Und das gilt nicht nur bei süßen Produkten, sondern auch bei herzhaften Lebensmitteln. Denn viele industriell hergestellte Fertiggerichte enthalten ebenso Fructose. Allerdings ist in der Zutatenliste nicht immer ausdrücklich Fruchtzucker oder Fructose aufgelistet. Anders als bei anderen Allergenen, wie zum Beispiel Lactose, muss Fructose nicht explizit genannt werden. Somit muss der Verbraucher wissen, in welchen aufgelisteten Zutaten sich Fruchtzucker befindet. Ein Beispiel ist Maisstärkesirup. Das ist ein aus Maisstärke hergestellter Fructosesirup, der vielen Fertigprodukten beigemischt wird.

Eine noch bessere Variante als das Studieren der Zutatenlisten ist natürlich, wenn Sie mit frischen Zutaten selbst kochen.

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