Ein frischgepresster Orangensaft zum Frühstück, als Snack zwischendurch ein Apfel, ach besser zwei. Zum Dessert ein leckerer Fruchtsalat. Eine Ernährung mit viel frischem Obst wird als äußerst wichtig angesehen. Auf der einen Seite ist sie das auch, denn Obst enthält viele wichtige Vitamine, die der menschliche Körper benötigt. Auf der anderen Seite enthält Obst jedoch auch sehr viel Zucker. Gibt es ein „zu viel“? Und wenn ja, welche Menge an Obst ist wirklich gesund? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch t-online.de.

Fruchtzucker ist nicht nur bei Fructoseintoleranz ein Problem

Wer unter einer Fructoseintoleranz leidet, der hat es mit Obst ohnehin schwer. Meist werden nur sehr geringe Mengen vertragen. Denn Obst enthält Fruchtzucker und der kann bei einer Fructoseintoleranz nicht richtig abgebaut werden. Das Ergebnis sind Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und andere unangenehme Symptome. Aber was, wenn keine Intoleranz gegenüber Fruchtzucker vorliegt? Kann der Verzehr von Obst auch dann unangenehme Folgen haben? Der Allgemeinmediziner und Autor Carsten Lekutat kann diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Obst ist lecker und süß – kein Wunder, denn es enthält Fruchtzucker. Und dieser natürliche Zucker ist letztendlich eben auch genau nur das: Zucker.

Fettleber dank Obst?

In seinem Buch „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“ befasst sich Lekutat mit der Problematik von übermäßigem Obstverzehr. Eine verfettete Leber ist nicht mit Leichtigkeit hinzunehmen, denn sie kann schwere Folgeerkrankungen verursachen. Ursache hierfür ist für die meisten im ersten Moment Alkohol. Und in mehr als der Hälfte der Fälle ist das auch richtig. Aber auch andere Stoffe, wie zum Beispiel die Fructose, können eine Fettleber verursachen.

fructophan bei fructoseintoleranz

Deutsche leiden eher an „Obst-Mangel“

Doch was bedeutet das für den Verbraucher? Gemüse und Schokolade statt Obst? An dieser Stelle kann aufgeatmet werden, denn tatsächlich essen die meisten Menschen in Deutschland eher zu wenig Obst, als zu viel. Dennoch sollte der Verzehr von Obst genau unter die Lupe genommen werden. Dabei geht es nicht nur um die Menge, sondern auch um die Sorte. Zucker- und Energiegehalt unterscheiden sich hier deutlich. Während Bananen, Äpfel oder Trauben verhältnismäßig viel Fruchtzucker enthalten, sind Orangen und Beeren vergleichsweise zuckerarme Obstsorten.

Bekannt ist die Empfehlung, täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse zu essen. Dabei sollte jedoch mehr Gemüse als Obst verzehrt werden. Neben der Menge spielt auch das Wie eine große Rolle. Hier gilt die Faustregel, dass reines, frisches Obst verarbeiteten Produkten vorzuziehen ist. Saft beispielsweise enthält Obst in hochkonzentrierter Form. Der Zucker gelangt schneller ins Blut. Gleiches gilt für Smoothies und die bei Kindern beliebten Quetschies. Sie enthalten große Mengen an Obst – weit mehr, als wir normal in einer Mahlzeit zu uns nehmen würden. Bei Quetschies ist aber zusätzlich Vorsicht geboten: Handelt es sich um Quetschie-Milchprodukte, enthalten diese häufig nur sehr wenig Obst, dafür aber zusätzlichen Zucker und Aromen.

Der Körper als wichtigstes Warnsystem

Das bedeutet nicht, dass Quetschies und Smoothies nun komplett aus den Einkaufswägen verschwinden müssen. Es ist wichtig, dass der Obstkonsum zum jeweiligen Lebensstil passt. Denn die allgegenwärtigen Ernährungsratschläge sind viel zu allgemein. Wer viel Zucker zu sich nimmt, sollte sich entsprechend viel bewegen. Vor allem aber geht es auch darum, auf den eigenen Körper zu hören. Wer sich fit fühlt und voller Energie, dabei eine eher schlanke und sportliche Figur hat, der ist mit seiner Ernährung auf dem besten Weg und hat vermutlich die richtige Dosis an Obst und anderen Lebensmitteln bereits für sich gefunden. Auch sonst macht der Körper sich in der Regel schnell bemerkbar, wenn irgendwas nicht stimmt. So kann auch unreine Haut ein Zeichen für zu viel Zucker sein.

 

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