Im vergangenen Beitrag „Kann Obst wirklich ungesund sein?“ sind wir bereits auf die Problematik von übermäßigem Obstverzehr eingegangen. Eine Folge von zu viel Obst kann auch die Fettleber sein. In der Regel verbinden wir eine Fettleber mit zu viel Alkohol, doch wie mittlerweile bekannt ist, kann auch zu viel Obst – bzw. der darin erhaltene Zucker – eine Fettleber verursachen.

Die nicht-alkoholische Fettleber – Lebererkrankung Nummer 1

Millionen Menschen in den westlichen Ländern sind von der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung betroffen. Damit zählt diese Art der Fettlebererkrankung zu den am weitesten verbreiteten Lebererkrankungen, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtete. Während lange Zeit ein überhöhter Alkoholkonsum die häufigste Ursache einer Fettleber darstellte, ist es heute Übergewicht. Schaut man sich die Altersgruppe über 70 Jahre an, so ist jeder Dritte betroffen. Diabetiker des Typ-2 sind sogar zu 70 % betroffen – und das meist unbewusst. Denn eine kranke Leber macht sich lange Zeit nicht bemerkbar.

Professor Dr. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen bestätigt, dass bei etwa der Hälfte der Betroffenen das Lebergewebe bereits vernarbt ist und damit Anzeichen einer Leberfibrose zeigt. Das bedeutet, dass die Fettlebererkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Schreitet die Erkrankung weiter voran, so kann sich eine Zirrhose und damit ein steigender Funktionsverlust der Leber einstellen. Diese Entwicklung kann bis zum Leberzellkrebs führen. Dann ist eine Transplantation der Leber die einzige Möglichkeit einer Therapie. Es gilt also, die Fettleber frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen.

Abdigest bei Fructoseintoleranz

Der Weg zu einer gesunden Leber

Der Vorteil: Als regenerationsfähiges Organ kann die Leber bereits durch eine Ernährungsumstellung geheilt werden! Für eine Ernährungsumstellung – weg von der Fettleber, hin zu einer gesunden, voll funktionsfähigen Leber – gehört natürlich auch ein vernünftiger Umgang mit Alkohol. Aber auch gesundes Essen und Bewegung sind für den positiven Gesundheitszustand der Leber unerlässlich. Eine Gewichtsreduktion ist das erste Ziel. Tests haben ergeben, dass bereits bei fünf Prozent Gewichtsverlust erste Verbesserungen in Bezug auf Laborwerte und Gewebebefunde auftreten. Wird das Gewicht dauerhaft um 10 Prozent reduziert, so kann sich die Leber innerhalb eines Jahres komplett erholen. Diese Verbesserung des Leberzustandes geht soweit, dass sogar fibrotische Veränderungen – zumindest teilweise – zurückgebildet werden können. Wichtig ist jedoch, dass die Veränderung des Lebensstils dauerhaft beibehalten wird.

Fructose gilt als Förderer der Fettleber. Das ist besonders problematisch, da der Fruchtzucker nicht nur in Obst enthalten ist, sondern auch in zahlreichen Fertigprodukten, Getränken und dem bekannten Haushaltszucker. Das Problem ist also weniger übermäßiger Verzehr von Obst, sondern die sehr weite Verbreitung von Fruchtzucker in unseren Lebensmitteln.

Um die übermäßige Aufnahme von Fruchtzucker zu vermeiden, muss die Ernährung also umgestellt werden. Weg von ungesunden Fertigprodukten, hin zu frisch zubereiteten Mahlzeiten. Hinzu kommt ausreichend Bewegung, am besten an der frischen Luft. Um dies möglichst langfristig umsetzen und beibehalten zu können, ist eine Umstellung in kleinen Schritten sinnvoll. Ein zu extremer Wandel in der Ernährung innerhalb kurzer Zeit, wird von vielen häufig nicht lange durchgehalten. Zu groß ist die Umstellung und der damit verbundene „Schein“-Verzicht. Schließlich gilt der Mensch als Gewohnheitstier.

Mit den folgenden Tipps kämpfen Sie gegen die Fettleber und für ein gesunderes Leben

  • Kohlenhydratarme Ernährung
  • Frische Lebensmittel statt Fertigprodukte
  • Viele pflanzliche Lebensmittel
  • Wenige tierische Produkte
  • Fleischverzehr reduzieren, besonders auf rotes Fleisch verzichten
  • Fisch statt Fleisch
  • Setzen Sie auf gesunde Fette, z.B. Nüsse, Samen und Olivenöl
  • Verzicht auf Softdrinks & Fruchtsäfte mit Fructose
  • 3 bis 5 Tassen Kaffee am Tag (ohne Zucker) schützen die Leber

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