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Was ist Fructose?

Fructose ist eine andere Bezeichnung für Fruchtzucker. Anders als der Name vermuten lässt, kommt Fructose in der Natur nicht nur in Früchten vor, sondern auch in Gemüse, Honig und Pflanzen. Fruchtzucker wird aber auch von der Nahrungsmittelindustrie verwendet, weil er preiswert ist und eine hohe Süßkraft hat. Dies ist ein wesentlicher Grund für die Vielzahl an Fructose-Geschädigten in westlichen Industriestaaten.

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Chemisch gesehen ist Fructose ein Einfachzucker und gehört zu den Kohlenhydraten. Damit ist er ein Energielieferant in unserer Nahrung. Kohlenhydrate werden auch als Saccharide bezeichnet. Sie werden über den Kohlenhydrat-Stoffwechsel verdaut. Wir unterscheiden drei verschiedene Arten von Zucker.

Monosaccharide

Monosaccharide (Einfachzucker) bestehen nur aus einem Zuckermolekül. Dadurch gelangen sie über den Dünndarm besonders schnell ins Blut. Es gibt drei Arten von Monosacchariden:

  • Glucose (Traubenzucker): Er steht nach dem Verzehr besonders schnell als Energielieferant zur Verfügung.
  • Fructose (Fruchtzucker): Er ist als Einfachzucker oder als Bestandteil von Haushaltszucker zu finden. Gesunde Menschen vertragen 20 bis 30 mg Fructose pro Stunde.
  • Galaktose (Schleimzucker): Er ist ein Bestandteil des Milchzuckers.

Disaccharide

Wenn sich zwei Zuckermoleküle verschiedener Monosaccharide verbinden, entstehen Disaccharide (Zweifachzucker). Die Verdauung von Disacchariden läuft langsamer ab, denn sie müssen erst durch spezielle Enzyme aufgespalten werden.

Die bekanntesten Disaccharide sind:

  • Milchzucker (Laktose): Er besteht aus je einem Molekül Galaktose und Glucose. Für seine Verdauung ist das Enzym Laktase nötig. Dieses ist bei vielen Erwachsenen nur noch eingeschränkt tätig, so dass sie Milchzucker schlecht vertragen.
  • Saccharose (Haushaltszucker): Er besteht aus je einem Molekül Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Die beiden Moleküle werden durch das Enzym Saccharase aufgespalten.

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Polysaccharide

Verbinden sich mehr als zwei Zuckermoleküle miteinander, entstehen Polysaccharide (Vielfachzucker). Beispiele dafür sind:

  • Stärke: Sie besteht aus einer Kette von Glucosemolekülen. Diese werden durch das Enzym Amylase gespalten und stehen dann als Energielieferant zur Verfügung.
  • Ballaststoffe: Sie sind für Menschen unverdaulich, da wir kein Enzym zur Aufspaltung von Ballaststoffen besitzen. Die bekanntesten Ballaststoffe sind:
  • Inulin: Das ist eine Kette aus Fructose-Molekülen, mit einem Endstück aus Glucose.
  • Oligofructose besteht aus maximal 10 Fructose-Molekülen.

Fructose kann also als Einfachzucker aufgenommen werden oder als Bestandteil eines Zweifachzuckers. Als Bestandteil eines Vielfachzuckers ist sie für uns nicht verdaulich und wird unverändert ausgeschieden.

Wie wird Fructose verdaut?

Damit Fructose als Energielieferant zur Verfügung steht, muss sie über die Wände des Dünndarms ins Blut gelangen. Dafür braucht sie ein Transportmittel, das GLUT-5. GLUT-5 gehört zu den 14 Transportproteinen, die sich in der Dünndarmschleimhaut befinden und für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind.

Das Fructosemolekül bindet sich an GLUT-5 und gelangt damit in den Dünndarm. Hier wird GLUT-5 aktiv: Es transportiert „den Fahrgast“ aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf. Mit dem Blutstrom verteilt sich die Fructose an die Stellen im Körper, wo sie als Energielieferant gebraucht wird.

Bitte nicht überfordern

Das GLUT-5 hat eine begrenzte Kapazität: Etwa 20 bis 30 Gramm Fructose kann es pro Stunde in den Darm transportieren. Ist das GLUT-5 beschädigt oder nicht ausreichend vorhanden, ist seine Transportkapazität eingeschränkt. Dann wandert der unverdaute Fruchtzucker in den Dickdarm und wird dort von den Bakterien zerlegt. Dabei entstehen Gase, die Bauchschmerzen und Blähungen verursachen, sowie kurzkettige Fettsäuren, die zu Durchfall führen.

Diese gestörte Aufnahme von Fruchtzucker wird Fruchtzuckermalabsorption oder Fructoseintoleranz genannt. Da die Aufnahme von Fruchtzucker lange Zeit unbemerkt geschieht, wird eine Fruchtzuckermalabsorption oft erst spät erkannt.

fructophan

Die Aufnahme von Fructose

Fructose befindet sich in Früchten, Gemüse und Lebensmitteln wie Honig. Das alles sind gesunde Nahrungsmittel, die eigentlich dem Körper gut tun. Das Problem besteht zum einen in der erhöhten Aufnahme von Fruchtzucker:

Es werden vermehrt fructosereiche Früchte gezüchtet, denn die Käufer bevorzugen eher süße Früchte. Deshalb nehmen wir mit einem Apfel heute mehr Fructose auf als vor 20 oder 30 Jahren. Außerdem stehen uns einheimische und importierte Früchte das ganze Jahr über zur Verfügung. Der Körper bekommt also keine natürliche Fructose-Pause.

Fructose als Geschmacksverstärker

Zum anderen ist Fructose ein beliebter Zusatz in vielen Produkten der Nahrungsmittelindustrie. Nicht nur Süßigkeiten, Marmeladen, Desserts und süßes Gebäck erhalten diesen Zusatz. Auch Wurstwaren, Brot, saure und herzhafte Produkte enthalten Fructose als Geschmacksverstärker. Säfte, Limonaden und aromatisierte Teesorten kommen nicht ohne sie aus. Fructose ist preiswert und hat doppelt soviel Süßkraft wie Traubenzucker. Außerdem galt sie lange als empfehlenswert, da sie „insulinneutral“ verdaut wird, also ohne Belastung der Bauchspeicheldrüse. Daher wird sie vielen Produkten für Diabetiker zugefügt.

Heute weiß man, dass der Körper damit falsche Signale erhält. Außerdem wird der Darm überlastet und die Darmflora verändert sich nachteilig. Das lässt sich durch eine fructosearme Ernährung vermeiden. Darüber hinaus gibt es noch einen anderen Weg.

Die Aufnahme von Fructose verbessern

Wird Fructose zusammen mit Glucose verzehrt, verbessert sich die die Aufnahme. Der Grund dafür ist bisher nicht vollständig erforscht. Jedoch geht man davon aus, dass die Glucose zusätzliche Transportproteine aktiviert und dass diese neben der Glucose auch Fructose in den Dünndarm transportieren.
Tipp: Verzehren Sie Obst zusammen mit etwas Traubenzucker.

Wird Fructose im Zusammenhang mit Fett und Eiweiß verzehrt, verlängert sich ihre die Aufnahmezeit im Darm.
Tipp: Essen Sie Obst als Dessert nach einer Mahlzeit.

Die Zuckeraustauschstoffe Xylit und Sorbit hemmen die Aktivität von GLUT-5, so dass sich die Aufnahme von Fructose vermindert.

Sorbit ist häufig in „zuckerfreien“ Nahrungsmitteln enthalten. Auf der Zutatenliste erscheint es auch unter den Bezeichnungen „Sorbitol“ und „E 420“.

Xylit kommt in der Natur in Pflaumen und in der Birkenrinde vor. Es hat auch den Namen „Birkenzucker“. Chemisch wird es aus Holzzucker (Xylose) gewonnen. Xylit wirkt kühlend und erfrischend, außerdem schmeckt es süß. Beliebt ist es außerdem, weil es die Zähne vor Karies schützt.

Tipp: Meiden Sie den Verzehr von Xylit und verzichten Sie auf Kaugummis und Bonbons mit diesem Inhaltsstoff.

Quelle: Schleip, Thilo: Fruchtzuckerintoleranz – Wenn Fruchtzucker krank macht. TRIAS Verlag. ISBN: 978-3830433958

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